Die Kirche schreibt den Namen eines weiteren Österreichers in das Verzeichnis der Heiligen ein: Papst Franziskus wird den Tiroler Franziskaner Engelbert Kolland (1827-1860) heiligsprechen.

Der Heilige Vater habe das entsprechende Votum des Dikasteriums für die Heiligsprechung des seligen Emmanuel Ruiz und seiner sieben Gefährten aus dem Franziskanerorden sowie der Laien Francesco, Abdel Mooti und Raffaele Massabki bestätigt, heißt es im Päpstlichen Bulletin vom 23. Mai 2024. Im deutschsprachigen Raum wird die Märtyrer-Gruppe gewöhnlich nach dem Namen des aus Tirol stammenden Franziskaners bezeichnet: Im Kalender der österreichischen Ordensprovinz ist der 10. Juli der Gedenktag des “seligen Engelbert Kolland und seiner Gefährten“. Die Märtyrer sind “zwischen dem 9. und 10. Juli 1860 aus Hass gegen den Glauben getötet worden”, heißt es in dem Bulletin.

Studium nach Weihe

Engelbert Kolland wurde am 22. September 1827 in Ramsau am Ziller (Tirol) geboren und zunächst auf den Namen Michael getauft. Insofern seine Eltern der protestantischen Konfession angehörten, musste die Familie 1837 das Zillertal verlassen und übersiedelte nach Rachau in der Steiermark. Nichtsdestotrotz besuchte der junge Michael das erzbischöfliche Gymnasium Rupertinum in Salzburg. Nach der Matura trat er 1847 in den Franziskanerorden ein, nahm den Ordensnamen Engelbert an und absolvierte im Salzburger Konvent sein Noviziatsjahr. 1851 weihte ihn der Erzbischof von Trient, Johannes Nepomuk von Tschiderer (1777-1860) – ebenfalls ein Abgänger des Franziskanergymnasiums Bozen – zum Priester. Nach seiner Priesterweihe studierte Kolland mehrere Jahre in Bozen, wo er sich Kenntnisse in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Arabisch aneignete. Im Jahr 1855 wurde er als Missionar ins Heilige Land gesandt.

Beliebter Tiroler in Damaskus

In Damaskus wirkte P. Engelbert Kolland als beliebter Seelsorger, der aufgrund seiner Sprachkenntnisse und seiner unermüdlichen Hilfsbereitschaft große Anerkennung unter der einheimischen Bevölkerung erlangte. Im Zuge einer großen Christenverfolgung durch Drusen und Osmanen geriet in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1860 auch das Paulus-Kloster in Damaskus ins Visier der Gewalttätigen. Dreimal wurde Engelbert aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören. Für jede Absage erhielt er einen Axthieb bis er tot zusammenbrach. Der Angreifer soll Engelbert bereits zuvor gekannt haben. Mit Engelbert Kolland erlitten an jenem Tag im Paulus-Kloster von Damaskus sieben andere Franziskaner aus Spanien und drei Gläubige der Maronitenkirche das Martyrium.

Seligsprechung durch Pius XI.

Engelbert Kolland ist in Damaskus begraben. Im Oktober 1926 sprach ihn Papst Pius XI. selig. In einem nun anstehenden Konsistorium der Kardinäle wird Papst Franziskus die Heiligsprechung der Märtyrer von Damaskus verkünden. Erst danach wird es eine liturgische Feier zur Heiligsprechung geben. Lesetipp für Interessierte, die über Leben und Martyrium der Brüder um Engelbert Kolland mehr wissen wollen:

P. Gottfried Egger ofm: Zwischen Glocke und Minarett. Das Leben des Engelbert Kolland, Pustet-Verlag Salzburg 2010, ISBN-13: 978-3702506285

22. August 2024

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