Am Samstag, 4. Juli 2026, hat der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer den Franziskaner Adam Bergmann ofm (34) in Wels zum Priester geweiht. Tags darauf feierte der aus Marchtrenk stammende und in Hall in Tirol wirkende Ordensmann in auch in der Welser Stadtpfarrkirche seine Primiz.
„Adam wird von Berufs wegen ein Segnender sein“, sagte Scheuer in seiner Predigt bevor er dem Weihekandidaten die Hände auflegte. Franz von Assisi – dessen Todestag sich 2026 zum 800. Mal jährt – sei der Auffassung gewesen, dass Habgier und Geiz die eigene Beziehung zu Gott störten, und dass Ehrgeiz und Konkurrenzdenken den Sinn für die Geschwisterlichkeit unter den Menschen zunichtemachen würden. Der Linzer Diözesanbischof sieht in diesen Menschen die Adressaten eines Priesters: „Es geht um eine Öffnung des Blicks: Selbst der elendste Mensch muss in die Verheißung und Suche nach Heil und Glück einbezogen bleiben. Und gerade ein solcher Mensch hat vor allen Anderen Anspruch darauf, dass seine Würde und seine Interessen und Rechte respektiert und wenn nötig erkämpft und verteidigt werden“.
Weihe ein heilsamer Kontrapunkt
In seiner Predigt wandte sich Scheuer ausdrücklich auch gegen einen „Strukturfetischismus in der Kirche“. Viele Sitzungen würden nach einem kurzen spirituellen Einstieg bei der Verwaltung, beim Geld, bei der Macht und bei Strukturen landen – und das auch im Bereich der Seelsorge. Die Weihe von P. Adam Bergmann könne dazu „ein heilsamer Kontrapunkt“ sein, lautete Scheuers Wunsch. Nicht Zahlen, Statistiken oder auch Strukturen sollten die Hauptrolle in kirchlichen und auch gesellschaftlichen Vollzügen spielen. „Beim Priesterberuf geht es ganz radikal um die Gottesfrage. Gott allein ist die Erfüllung menschlicher Sehnsucht. Und er ist der Grund menschlicher Freiheit“, betonte der Bischof.
Ordenseintritt nach Theologiestudium
Adam Bergmann stammt aus Marchtrenk, wurde am 24. Dezember 1991 geboren und zunächst auf den Namen Raphael getauft. Er hat am Welser Gymnasium Dr.-Schauerstraße maturiert und anschließend in Graz Theologie studiert. Im Jahr 2018 entschloss er sich, in den Franziskanerorden einzutreten. Bei seiner Einkleidung am 14. September 2019 in Brixen nahm er den Ordensnamen Adam an. Nach dem Noviziat studierte er in Graz und Rom Archäologie. Am 1. Dezember 2025 weihte ihn der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl in der Ordenskirche in Graz zum Diakon. Derzeit wirkt P. Adam Bergmann in der Seelsorge Schöneck-Hall und wird ab Herbst 2026 auch am Franziskanergymnasium Hall tätig sein.
Provinzialminister: Es braucht Priester
Für die Franziskaner in Österreich und Südtirol ist die Weihe von P. Adam Bergmann ofm nicht nur ein freudiges Ereignis, sondern ein Auftrag: „Überall, wo Menschen ‚anstehen‘ oder durch das System fallen, braucht es Priester, die den Himmel offen halten“, stellte P. Fritz Wenigwieser ofm, der Provinzialminister der Franziskaner, fest. P. Adam Bergmann sei vom Wesen her ein pragmatischer Mensch. Das werde ihm dabei helfen, in Krankenseelsorge, Schule oder sonstwo die Menschen lebensnah an den Bruchstellen dieser Welt zu begleiten.
Eine Weihe und eine Profess im Jubiläumsjahr
Für die Franziskaner in Österreich und Südtirol sowie der Schweiz hält das 800-Jahr-Jubiläum zwei freudige Feste bereit: Neben der Priesterweihe von Adam Bergmann ofm freuen sich die Brüder auf die im September anstehende Ordensprofess von Joel Chavez ofm. Außerdem bereiten sich zwei Mitbrüder im Noviziat auf die Einfachen Ordensgelübde vor. (mtz)
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Alle Fotos: OFM Austria / Bergmann
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