Am Dienstagabend (10. März 2023) hat der Salzburger Franziskanerguardian, P. Thomas Hrastnik OFM, die Vortragsreihe „Theologie im Zeichen der Zeit. 800 Jahre Franz von Assisi“ eröffnet. Das teilt die Erzdiözese Salzburg in einer Presseaussendung mit.

Die Premiere der achtteiligen internationalen Reihe der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster, unterstützt von „Pro Oriente“ Salzburg, stand unter dem Titel „Leben gegen den Trend – franziskanische Christus-Nachfolge in Geschwisterlichkeit und Verkündigung“.

Radikale Gegenposition

Franziskus habe eine „radikale Gegenposition“ zu gesellschaftlichen Positionen eingenommen, sagte P. Thomas bei seinem Vortrag. In manchen Kirchen Salzburgs nehme der Ordensgründer mehr Raum ein als jeder andere Heilige. „Er fand sein Leben inspiriert vom Du Gottes.“ Franziskanisches Leben sei ein schlichtes und kraftvolles Leben nach dem Evangelium. P. Thomas ging der Frage nach, was heute zu einem franziskanischen Leben motiviere – als Gegentrend zu einer immer komplexer werdenden Welt mit vielen Krisen.

Nichts Menschliches ist fremd

Franz von Assisi steht für Hrastnik für Dialog der Religionen, für Gewaltfreiheit und Gastfreundschaft. Dass diese Haltungen Menschen im 21. Jahrhundert ansprechen, habe die Zustimmung zur Namenswahl des verstorbenen Papstes Franziskus gezeigt. Weltliche Trends seien Selbstoptimierung und wirtschaftliches Wertedenken. Eine Sehnsucht nach Beziehungen zu Menschen und zu Gott sei hingegen das, was Menschen heute antreibe, franziskanisch zu leben. Die unterschiedlichen Ordensgemeinschaften würden zeigen, „dass es DAS franziskanische Leben nicht gibt“. Es gelte, Wege zu finden und Lösungen für die Probleme unserer Zeit – und das etwa durch zuhören und verstehen wollen. Franz von Assisi beschreibt er als „prophetischen Menschen“. Er würde allen Menschen den Mut wünschen, den dieser einst gehabt habe. Es brauche zudem eine „alltagstaugliche“ Spiritualität. Nichts Menschliches dürfe dabei fremd sein.

Rund um das 800-Jahr-Jubiläum

Das Franziskusjahr 2026 ist Abschluss und Höhepunkt eines mehrjährigen Gedenkens der franziskanischen Ordensfamilie. Seit vier Jahren feiern die Gläubigen in Teiljubiläen zunächst die Weihnachtsfeier und Krippe zu Greccio sowie die Bestätigung der Regel des heiligen Franziskus (1223), danach das Geschenk der Stigmata (1224) und die Niederschrift des Sonnengesangs (1225) sowie heuer den 800. Todestag oder „Transitus“ von Franz von Assisi (3. Oktober 1226).

Die Franziskaner in Österreich und Südtirol laden ab Ende Mai zu einer Ausstellung mit 104 Exponaten zu Franz von Assisi ins Salzburger DomQuartier. Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi setzt Salzburg weitere Akzente: Das DomQuartier mit der Sonderausstellung, die Salzburger Festspiele mit der Aufführung von Olivier Messiaens „Saint François d’Assise“ und die Theologische Fakultät der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster mit einer internationalen Vortragsreihe im Sommersemester 2026.

Hier geht es zum Flyer der Vortragsreihe: