Am ersten September-Wochenende hat Provinzialminister P. Fritz Wenigwieser ofm im Nordtiroler Telfs 3 Männer ins Postulat aufgenommen.
Im Rahmen einer Vesper überreichte der Provinzialminister dem aus Thuins bei Sterzing (Südtirol) stammenden Alex Hofer (23), dem Pfälzer Maximilian Maas und dem Zürcher Christian Zangerl das franziskanische Tau und ließ sie damit zum Postulat zu. Postulatsmagister, P. Roland Faustin ofm, wird die Dreiergruppe nun ein Jahr lang begleiten.
Alex Hofer ist im Oktober 2002 geboren und hat bereits zwei Semester Theologie in Innsbruck studiert. Außerdem fungierte er aushilfsweise als Religionslehrer in Sterzing. Seine Hobbies sind die Photographie, das Wandern und Lesen. An Franz von Assisi beeindruckt ihn am meisten dessen Nähe zu den Armen, und ihn fasziniert das Gemeinschaftsleben im Orden.
Maximilian Maas ist 19 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Landau in der Pfalz (Bundesland Rheinland-Pfalz). Er lebte einige Zeit im Stift Heiligenkreuz und besuchte dort das Propädeutikum. Seine Interessen gelten der Literatur und dem Pilgern bzw. Reisen. An Franz von Assisi beeindruckt ihn dessen Selbsthingabe, die radikale Armut und seine Liebe zum Gekreuzigten.
Der Schweizer Christian Zangerl (20) stammt aus der Stadt Zürich. Er hat bereits ein Studium der Materialwissenschaften an der ETH Zürich begonnen. Seine Interessen gelten sowohl der Liturgie (er ist Ministrant) als auch dem Sport. An Franz von Assisi fasziniert ihn, dass er ganz Christus angehören wollte und konnte.
Der Ausbildungsweg
Die dreistufige Ausbildung zum Ordensmitglied beginnt mit dem Postulatsjahr. Das ist eine Zeit der gegenseitigen Prüfung. Kandidat und Gemeinschaft lernen sich gegenseitig kennen. Das Wort „Postulat“ kommt vom lateinischen „postulare“, „bitten“ oder „ersuchen“: Der Postulant bittet darum, in die Gemeinschaft hineinwachsen zu dürfen. Er lebt bereits im Kloster, hat aber noch keine Ordensgelübde abgelegt.
Auf eigenes Ansuchen wird ein Postulant nach einem Jahr eventuell zum Noviziat zugelassen und eingekleidet. Dann wechselt er für ein Jahr in das jeweilige Noviziatshaus. Die Novizen der Provinz Austria und der Schweizer Kustodie verbringen ihr Noviziatsjahr zusammen mit Brüdern aus anderen Ländern im internationalen Noviziatshaus in Killarney (Irland).
Am Ende des Noviziats lässt der Provinzialminister auf Antrag des Novizen und nach Anhörung der Ausbildner einen Bruder zur „Einfachen Profess“ zu. Die zeitliche Profess ist das öffentliche Ablegen der drei Ordensgelübde für eine begrenzte Zeit, in der Regel für ein Jahr. Der Bruder verspricht Gott, in der Gemeinschaft nach der Regel des heiligen Franziskus zu leben: Die zeitliche Profess muss mindestens 3 Mal und kann höchstens 9 Mal abgelegt werden. Danach folgt die Feierliche oder Ewige Profess, mit der sich ein Bruder dauerhaft an die Ordensgemeinschaft bindet. (mtz)
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