Als Pilger im 800-Jahr-Jubiläum des heiligen Franziskus auf dem Weg nach Assisi: Im Rahmen der Marcia Francescana haben sich 37 junge Menschen aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol zusammengefunden, um im Geist des heiligen Franziskus den Spuren unseren Herrn Jesus Christus zu folgen.
140 Kilometer zu Fuß
Von Senigallia nahe dem mittelitalienischen Ancona aus waren die Pilger zu Fuß etwa 140 km unterwegs, bis sie am 2. August zum Portiunkula-Fest in Assisi angekommen sind. Unterwegs beschäftigten sie sich mit Texten aus der Heiligen Schrift und Texten über das Leben des Franziskus. Die ganzen Tage standen unter dem Motto „Respira la vita“ – „das Leben atmen“. Was lässt die Menschen im Leben aufatmen – inmitten aller Atemlosigkeit, in die wir so oft geraten, wenn wir uns mit anderen vergleichen oder in die Falle eines bloßen Konsumismus fallen?
ORF begleitet Marcia und besucht Pupping
Die letzten beiden Tage hat uns ein ORF-Mann begleitet, der unsere Erfahrungen in Ton und Bild gebracht hat.
Die ORF-Reportage zeichnet kein verklärtes Bild des Heiligen. Sie erinnert an den radikalen Bruch des jungen Franziskus mit seinem bisherigen Leben: Der Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers verzichtete auf sein Erbe, entschied sich für ein Leben in Armut und stellte die sozialen Verhältnisse ebenso infrage wie die Kirche seiner Zeit.
Franziskus sei ein Eiferer gewesen, heißt es im Film. Zugleich habe er sich im Laufe seines Lebens verändert und sei barmherziger geworden. Gerade diese Entwicklung macht ihn für die Menschen in der Reportage glaubwürdig: Franziskus erscheint nicht als fertiger Heiliger, sondern als Mensch, der ein Leben lang lernte und an sich arbeitete.
Eine Teilnehmerin der Wallfahrt fasziniert besonders sein Mut, den eigenen Weg zu gehen – unabhängig davon, was andere sagen oder denken. Für sie ist Franziskus ein Vorbild dafür, sich nicht ständig anpassen zu müssen.
In Assisi treffen Pilgergruppen von zwölf verschiedenen Ausgangspunkten zusammen und ziehen gemeinsam in die Basilika Santa Maria degli Angeli ein. Brüder, Schwestern und Laien aus unterschiedlichen franziskanischen Orden und Gemeinschaften machen dort die große Vielfalt der franziskanischen Familie sichtbar. Einen besonderen Höhepunkt bildet die Begegnung mit Papst Leo XIV.
Das Shalom-Kloster in Pupping: Was wir zum Leben brauchen
Der zweite Teil der Reportage führt in das Shalomkloster Pupping in Oberösterreich. Brüder, eine Ordensschwester und Angehörige des Ordo Franciscanus Saecularis teilen dort mit Gästen ihren Alltag und ihren Glauben. Neun Menschen bilden den Kern der Hausgemeinschaft.
Gebet und Arbeit geben dem Tag seinen Rhythmus. Zum Kloster gehören ein Selbstversorgergarten und auch Tiere.
Daniela Lanni versucht seit 25 Jahren, ihr Leben am Vorbild des heiligen Franziskus auszurichten. Die entscheidende Frage lautet für sie: „Was brauche ich eigentlich zum Leben? Oder wie wenig brauche ich zum Leben?“ Gerade im Wenigen, so ihre Erfahrung, könne eine große Fülle liegen.
Silvia Giuliani sieht im Zusammenleben von geweihten Menschen und Laien ein Modell mit Zukunft. Angesichts kleiner werdender Ordensgemeinschaften stelle sich nicht nur die Frage, was mit großen Klostergebäuden geschehen soll. Es gehe auch darum, wie die darin gewachsene Spiritualität lebendig bleiben kann.
Bis 3. Februar online abrufbar
Franziskanisches Leben erscheint in der Reportage nicht als starres Modell. Es bedeutet, sich immer wieder neu am Evangelium auszurichten. Auch das von Franziskus geforderte Leben der Buße erhält so eine zeitgemäße Bedeutung: als lebenslange Arbeit an sich selbst und als Weg der Versöhnung mit sich und den anderen.
Die von Marcus Marschalek gestaltete, rund 14-minütige Reportage „Auf den Spuren von Franz von Assisi“ ist auf ORF ON abrufbar. Sie wurde am 8. August 2026 in ORF 2 ausgestrahlt und steht laut ORF bis zum 3. Februar 2027 zur Verfügung.
(kms/red.)
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