Am Samstag, 19. September 2026, hat Br. Joel Chavez ofm (37) in der Franziskanerkirche Graz die Feierlichen Ordensgelübde abgelegt und sich damit sein ganzes Leben an den Orden gebunden.  Provinzialminister P. Fritz Wenigwieser ofm sprach von einer großen Freude für den Orden und den Bedingungen für Nachfolge.

„Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes“ (Lk 9,62), hat es im Evangelium geheißen, das Br. Joel für seine Professfeier gewählt hatte. „Es erinnert mich auch daran, dass wir uns immer wieder fragen, wen spannen wir eigentlich ein, damit der Karren in unserem Leben weitergeht“, sagte der Provinzialminister und fügte hinzu: „Das Bild des Pfluges verdeutlicht aber zunächst, dass es im eigenen Leben eine Richtung gibt: Wir richten den Blick nach vorne“. Es gehe dabei nicht um das eigene Ich, die eigenen Sorgen, die eigenen Ängste. Der Blick gehe vom eigenen Ich weg.

Internationaler Musiker

Joel Chavez ofm wurde am 12. September 1989 in San Sebastián de la Gomera auf den Kanarischen Inseln geboren. Er studierte Trompete in Santa Cruz de Tenerife, Berlin und Wien und war bis 2016 als internationaler Musiker tätig.

2017 trat er in den Orden ein. Nach seinem Noviziat übersiedelte er 2019 nach Graz, wo er Theologie studiert. Daneben vertiefte er seine Studien in Gregorianik, unter anderem in Rom.

Ohne eigene Beziehung zu Christus kein Ordensleben

Das Bild vom Pflug frage nach den Grundbedingungen von Nachfolge, sagte der Provinzialminister in seiner Predigt in Graz. Das erste sei eine Aufmerksamkeit für eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Ohne diese Beziehung können wir keine Nachfolge leben. Ohne diese Christusbeziehung sei Nachfolge nicht denkbar. Joel wisse, was es bedeutet, sich ganz einzusetzen.

Die zweite Grundbedingung für Nachfolge sei, dass es immer auch um ein Loslassen der Familie gehe. Richtig verstanden bedeute das aber nicht ein Fallenlassen, wie wir etwa ein Blatt Papier fallen lassen können. Richtig verstanden bedeute das Loslassen, dass wir etwas frei lassen, damit es sich weiter entwickeln kann.

Sich selbst vor den Pflug spannen

Die dritte Grundbedingung für Nachfolge sei das Tragen eines Kreuzes. Kein Gläubiger könne sich am Kreuz vorbeischwindeln. Die Dramatik des Kreuzes bestand in der Antike  vor allem darin, dass man stunden- und tagelang um Luft ringt. Ordensleben ist nicht ein nettes Nachfolgen, sondern immer ein existentielles Ringen um Leben und Tod. Es gehe um Wandlung: „Und jede Wandlung setzt einen Tod voraus“. Ordensleute zu sein, bedeute genau das, was Paulus schreibe: Mit Christus zu sterben, um mit ihm zu einem neuen Leben aufzuerstehen. Ordensleben bedeute, nicht andere, sondern sich selbst vor den Pflug zu spannen.

 

 

 

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