Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franziskus laden die Franziskaner in Bozen gemeinsam mit verschiedenen Institutionen im September und Oktober 2026 zu insgesamt vier Veranstaltungen ein. Vorträge, Gespräche und ein Filmabend beleuchten Franziskus von Assisi aus spiritueller, kulturgeschichtlicher, historischer und kunsthistorischer Perspektive.
Franz von Assisi starb in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1226. Acht Jahrhunderte später üben sein radikales Leben nach dem Evangelium, sein Freiheitsideal, seine freiwillige Armut und seine Verbundenheit mit der Schöpfung weiterhin eine große Faszination aus. Das Franziskusjahr 2026 bietet deshalb auch in Südtirol Anlass, neu nach der historischen Gestalt des Heiligen und nach seiner Bedeutung zu fragen.
Im September und Oktober finden dazu zwei eigenständige Veranstaltungsangebote in Bozen statt. Vom 10. bis 23. September veranstaltet das Zentrum für Regionalgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster Bozen die Reihe „Franziskus und die Franziskaner“. Am 13. Oktober folgt ein eigener Vortragsabend, der vom Franziskanergymnasium Bozen, vom Südtiroler Landesarchiv und Landesdenkmalamt sowie vom Tiroler Geschichtsverein Bozen VFG getragen wird.
„Franziskus und die Franziskaner“: Zwei Vorträge
Die dreiteilige Reihe des Zentrums für Regionalgeschichte und des Franziskanerklosters Bozen verbindet franziskanische Spiritualität mit Fragen der europäischen Kultur und der filmischen Darstellung des Heiligen.
Den Auftakt macht am Donnerstag, 10. September 2026, um 19.30 Uhr im Franziskanergymnasium Bozen der Kapuziner Niklaus Kuster OFMCap mit einem Vortrag zu „Lebenskunst mit Tiefe und Weite. Franziskus und Klara von Assisi“. Kuster fragt danach, welche Lebenskunst sich bei Franziskus und Klara entdecken lässt und welche Anregungen ihre Spiritualität für Menschen unserer Zeit bereithält.
Am Donnerstag, 17. September 2026, um 19.30 Uhr spricht ebenfalls im Franziskanergymnasium Prof. Jörg Lauster, Professor für Systematische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München über „Das Antlitz einer freundlichen Welt. Franziskus von Assisi und die europäische Kultur“ Dabei richtet sich der Blick auf die Wirkung des Seraphischen Vaters über die Geschichte seines Ordens hinaus. Franziskus hat das Christentum und die europäische Kultur nachhaltig geprägt. Seine Haltung zu Besitz, Freiheit und Schöpfung stellt bis heute gewohnte Denkweisen infrage.
Franziskus auf der Kinoleinwand
Den Abschluss der September-Reihe bildet am Mittwoch, 23. September 2026, um 20 Uhr ein Film- und Gesprächsabend im Filmclub Bozen. Gezeigt wird Roberto Rossellinis Filmklassiker „Francesco giullare di Dio“ aus dem Jahr 1950. Der 75-minütige Film wird in italienischer Sprache vorgeführt und erzählt in einzelnen Episoden vom einfachen Leben der ersten franziskanischen Brüder.
Im Anschluss führt Siglinde Clementi ein Gespräch mit P. Reinald Romaner OFM, Guardian des Franziskanerklosters Bozen, und Sr. Gudrun Leitgeb, Tertiarschwester und Spiritualin im Vinzentinum in Brixen.
Gymnasialverein lädt zu dreiteiligem Vortragsabend am 13. Oktober
Ein weiteres Angebot im Franziskusjahr findet am Dienstag, 13. Oktober 2026, um 18 Uhr im Caius-d’Andrea-Saal des Franziskanergymnasiums Bozen, Vintlerstraße 23, statt.
Organisatorisch gehört der Abend nicht zur September-Reihe. Veranstaltet wird er gemeinsam vom Franziskanergymnasium Bozen, vom Südtiroler Landesarchiv und Landesdenkmalamt sowie vom Tiroler Geschichtsverein Bozen VFG.
Nach Grußworten von Direktor Wolfgang Malsiner und Landeskonservatorin Karin Dalla Torre stehen drei Vorträge auf dem Programm.
Der Historiker em. o. Univ.-Prof. Dr. Werner Maleczek aus Wien spricht über „Franz von Assisi: Historisches – Anekdotisches – Wundersames“. Sein Beitrag unterscheidet zwischen historisch greifbaren Nachrichten über Franziskus, späteren Erzählungen und den Wundergeschichten, die sich mit seinem Leben und seiner Verehrung verbunden haben.
P. Dr. Willibald Hopfgartner ofm widmet sich dem Thema „Armut und Evangelium. Die Lebensform des hl. Franziskus“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Franziskus das Evangelium nicht nur auslegte, sondern zur konkreten Form seines Lebens und seiner Gemeinschaft machte.
Der Kunsthistoriker Dr. Leo Andergassen aus Meran beschließt den Abend mit dem Vortrag „Christoformitas – Franziskoformitas. Vorbild und Abbild im Spannungsverhältnis franziskanischer Ikonografie“. Der Begriff „Christoformitas“ bezeichnet die Gleichgestaltung des Menschen mit Christus. „Franziskoformitas“ verweist entsprechend auf die Orientierung am Lebensbild des heiligen Franziskus. Der Vortrag fragt danach, wie dieses Verhältnis von Vorbild und Abbild in der franziskanischen Kunst dargestellt wurde.
Die Moderation übernimmt Gustav Pfeifer vom Südtiroler Landesarchiv. Nach den Vorträgen sind Teilnehmer zu einem Umtrunk eingeladen. Die Vortragssprache ist Deutsch.
Termin und Anmeldung
Dienstag, 13. Oktober 2026, 18 Uhr s. t.
Franziskanergymnasium Bozen
Caius-d’Andrea-Saal
Vintlerstraße 23, Bozen
Für diesen Vortragsabend ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 5. Oktober 2026 erforderlich:
E-Mail an irene.chiti@provinz.bz.it
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