Im südwestpolnischen Wallfahrtsort Kalwaria Zebrzydowska haben sich Franziskaner aus den verschiedenen europäischen Ordensprovinzen zur Versammlung der Union der Minderbrüder in Europa (UFME) getroffen, um über Herausforderungen des Ordenslebens zu diskutieren. Aus dem deutschsprachigen Raum nahmen Generaldefinitor P. Albert Schmucki ofm, der Schweizer Kustos P. Christoph-Maria Hörtner ofm und Provinzdefinitor P. Johannes Baptist Freyer ofm (Deutschland) teil.

Im Franziskanerorden sind Ordensprovinzen eigenständige Einheiten. Diese werden von einem Provinzialminister als Ordinarius geleitet. Die einzelnen Ordensprovinzen sind in länderübergreifende Konferenzen zusammengeschlossen. So ist beispielsweise die Franziskanerprovinz zum Heiligen Leopold in Österreich und Südtirol Mitglied der Transalpinen Franziskanerprovinz (COTAF) und diese wiederum in den Verband aller Konferenzen Europas (Unione dei Frati Minori d’Europa – UFME) eingegliedert. Beim diesjährigen Treffen in Kalwaria Zebrzydowska wurde Österreichs Provinzialminister P. Fritz Wenigwieser ofm vom Schweizer Kustos vertreten. Bei der Zusammenkunft haben die Mitbrüder ein neues Leitungsgremium der UFME gewählt: Für die kommenden Jahre wird P. Siniša Balajić ofm (Kroatien) der Union als Präsident vorstehen. Sein Stellvertreter ist P. Antonio Scabio ofm (Italien). Zu Beiräten wurden P. Benedykt Svidersky ofm (Ukraine) und P. Pius Berhida ofm (Ungarn) bestellt.

Der neue UFME-Präsident ist Siniša Balajić ofm (Mitte), sein Stellvertreter Antonio Scabio ofm (Norditalien, rechts im Bild). Der ukrainische Provinzialminister Antonio Scabio ofm (links) fungiert als Beirat. Foto: ofm.org

Ausbildung im fremdsprachigen Ausland

Teil der Beratungen war naturgemäß das anstehende Jubiläums-Jahr zur 800. Wiederkehr des Todestages des seraphischen Vaters Franziskus. Vor diesem Hintergrund erging die Einladung, beim anstehenden Mattenkapitel im August 2026 auch junge Menschen und junge Brüder einzuladen: Diese Einladung des ganzen Ordens wird in einem Jugendfestival münden, das als „GO! Franciscan Youth Meeting“ am 3. August 2026 in Assisi beginnen wird.

Besonders intensiv tauschten sich die UFME-Vertreter zu Fragen der Identität des Ordens und Brüderlichkeit der Ordensbrüder sowie zu Herausforderungen bei der  Begleitung junger Brüder auf ihrem Weg zur feierlichen Profess aus. „Einmal mehr wurde unterstrichen, dass die Brüder in ihrer Grundausbildung mindestens 6 Monate bis zu einem Jahr in einer Entität mit einer anderen Sprache verbringen sollten, um das Bewusstsein der Interkulturalität innerhalb der UFME zu verstärken“, sagt Generaldefinitor Albert Schmucki ofm. Er sieht diesbezüglich in den Ausbildungsprogrammen der Provinzen noch Entwicklungsbedarf, verweist aber darauf, dass einige COTAF-Provinzen gemeinsam immerhin ein internationales Noviziat im irischen Killarney betreiben. „Auf der Ebene der Studien könnte sicherlich noch mehr getan werden“, sagt Schmucki.

Deutschsprachiger Austausch (v.l.): Christoph-Maria Hörtner ofm, Johannes B. Freyer ofm und Albert Schmucki ofm. Foto: ofm.org

Leben im Krieg

Alle Provinzen durchlebten eine Phase der Veränderung, notierte sich der Schweizer Kustos, P. Christoph-Maria Hörtner ofm, der bei der UFME-Konferenz auch den österreichischen Provinzialminister vertrat. Das Wichtige bei diesem Treffen sei der gegenseitige Austausch. Beeindruckt habe ihn, wie der ukrainische Provinzial „darüber berichtet hat, wie es ist, in der ‚Normalität‘ eines Drohnen-Krieges und in Bunkern zu leben“. (Red./mtz)

 

 

 

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