Am Abend des Pfingstmontags (20. Mai) haben die Franziskaner von Österreich und Südtirol in der Wolfgang-Kirche in Pupping (Bez. Eferding, OÖ) ihr Provinzkapitel begonnen. Diözesanbischof Manfred Scheuer mahnte sie „von Gottes Möglichkeiten nicht zu klein zu denken“.
Bis Freitag beraten über 50 Brüder in der örtlichen Franziskanerkirche zu Herausforderungen des Ordenslebens unserer Zeit. Zum heutigen Gedenktag des seligen Franz Jägerstätter (21.5.) hat der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer mit den Franziskanern Gottesdienst gefeiert. Den heiligen Franz von Assisi verbindet mit dem seligen Franz Jägerstätter, dass beide im Grunde nur das Evangelium leben wollten, sagte Scheuer in seiner Predigt. Obwohl von Massenmeinung unter Druck gesetzt und der Macht der Gewalttätigen ausgesetzt und von ihnen eingekerkert, habe sich Jägerstätter eine innere Freiheit bewahrt: „Franz Jägerstätter hat nicht zu groß von der Macht der Nazis gedacht und nicht zu klein von den Möglichkeiten Gottes mit ihm“. Er habe den Krieg zwar nicht stoppen können, sei deswegen aber nicht in Resignation verfallen“, sagte Scheuer.
Warnung vor Entchristologisierung
Die Kraft für seine Haltung habe Jägerstätter, der auch Mitglied des franziskanischen Dritten Ordens gewesen war, aus seiner Verbundenheit mit dem Gekreuzigten und dem Auferstandenen geschöpft, sagte Scheuer und monierte, dass Nachfolge Christi manchmal dieses Kriterium aus dem Blick verliere: „In der gegenwärtigen Gesellschaft und Kirche gibt es seit einigen Jahren so etwas wie eine ‚schleichende Entchristologisierung‘ des allgemeinen Glaubensbewusstseins, der Glaubens-, Gebets- und Liedsprache innerhalb der kirchlichen Frömmigkeit, d.h. es steht nicht mehr Jesus im Zentrum unserer Beziehung zu Gott“, sagte der Diözesanbischof.
Gegen den „rasenden Stillstand“
Provinzialminister Fritz Wenigwieser ofm warnte zum Auftakt der Arbeiten vor einem „rasenden Stillstand“: Die zeitgenössische Gesellschaft fordere immer schnellere Abläufe und Reaktionen, gleichzeitig verharre oder erstarre sie ohne wirklichen Fortschritt. Zu den anstehenden Herausforderungen zählt Wenigwieser das Älter-Werden vieler Mitbrüder und die Frage nach dem rückläufigen Nachwuchs.
Mit Stand Oktober 2023 leben 95 Franziskaner in 18 Niederlassungen in Österreich und Südtirol. Die Franziskaner betreiben zwei Schulen – je eine in Bozen und in Hall in Tirol. In vielen Pfarren arbeiten Brüder in der Pfarr- und der Pastoralarbeit mit.
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