In Memoriam Fr. Gerard Prati Drucken


Gott der Herr über Leben und Tod hat am 10. Juli 2010

 
unseren lieben Mitbruder
Fr. Gerard (Josef) Prati OFM
in sein himmlisches Reich gerufen.

Unser Mitbruder wurde am 5. August 1935 in St. Andrä bei Brixen als viertes von sieben Kindern geboren und auf den Namen Josef getauft. Seine Eltern Josef und Maria Prati waren einfache, bescheidene Menschen und in ihrem kleinen Anwesen herrschte mehr Armut als Überfluss. Bereits in seinen Jugendjahren musste Josef zum Lebens-unterhalt seiner Familie beitragen – arbeitete unter anderem als Hüterbub im Pustertal. Eine Tätigkeit, die ihm Freude bereitete, denn – so sagte er einmal – es bliebe ihm dabei viel Zeit zum Nachdenken und Beten.

Ein Leben für die Mission

Das Gebetsleben in seiner Familie war wohl mitentscheidend dafür, dass in ihm der Wunsch als Missionar tätig zu werden, erwachte – bestärkt vom Missionsboten der „Josefmissionare“ und den Berichten der Missionare. So meldete er sich 1954 in Brixen bei den  Josefmissionaren und arbeitete in seiner Kandidatenzeit in der Landwirtschaft mit bevor er 1955 in das Noviziat der Josefmissionare nach Holland kam. Nach 3 Jahren kehrte Josef wieder nach Südtirol zurück, um als Franziskaner und Missionar in Bolivien tätig zu werden.
Am 11. Dezember 1958 wurde er im Kloster zu Kaltern als Terziarbruder eingekleidet und durfte am 12. Dezember 1959 die Profess als Terziar  ablegen. Von da an wirkte der junge Fr. Gerard in  den Klöstern Bozen und Innichen, wo er Fr. Gabriel Wild zugeteilt das Schneiderhandwerk erlernte und in der Wäscherei mitarbeitete. Fr. Gabriel war ein ausgezeichneter Schneidermeister und kümmerte sich neben seiner handwerklichen Tätigkeit auch der Pflege seiner kranken Mitbrüder.

Am Ziel in Bolivien

Eingekleidet in den ersten Orden wurde Fr. Gerard am 5. September 1962 in Kaltern, wo er am 6. September 1963 auch seine einfache Profess ablegte. Stundenlange Gespräche mit Missionaren auf Heimaturlaub verstärkten seine Sehnsucht nach Bolivien zu gehen. Es gab kaum einen Missions-Vortrag den Fr. Gerard nicht besuchte, was dazu führte, dass er mit großer Begeisterung von unserem Missionsgebiet erzählen konnte und man annehmen musste, er wäre schon selbst dort gewesen.

Als 1966 der damalige Ordensobere der Südtiroler Franziskaner in Bolivien, P. Gottfried Trenker, auf Heimaturlaub weilte, bat ihn Fr. Gerard, er möge doch bei der Provinzleitung seinen Wunsch, als Missionar nach Bolivien zu gehen, unterstützen. Trotz einiger Bedenken, die einige Mitbrüder der Provinzleitung wegen Fr. Gerards Sprachfehler hatten, setzte sich P. Gottfried für sein Ansinnen ein und kam seiner Bitte nach: Am 17. April 1966 durfte Fr. Gerardo Prati zusammen mit P. Gottfried Trenker nach Bolivien reisen.
Seine erste Station war der Konvent San Francisco in Santa Cruz de la Sierra, wo er die Landessprache erlernte und in der Sakristei arbeitete. Am 18. September 1966 legte er in Santiago die feierliche Ordensprofess ab.

Für Gott & Menschen im Einsatz
 
Fr. Gerard war zeitlebens ein frommer bescheidener Franziskaner, ein großer Marienverehrer und Arbeiter im Weinberg des Herrn. Er war es, der die Marienmission unseres verehrten Bischof Jose Cal. Rosenhammer im bescheidenen Stil fortführte. Wenn man ihm bei den Vorbereitungen dazu erleben durfte, spürte man seinen Eifer für die Missionsarbeit. Auch wenn ihm die Hausarbeit nicht so lag, wenn er in den Dörfern bei den Menschen unterwegs war, war unser Fr. Gerard in seinem Element.

Genau am Todestag unseres zweiten Provinzpatrons, dem Seligen Engelbert Kolland, starb auch unser Mitbruder Gerard Prati ein eifriger Missionar im Weinberg des Herrn.

Bereits am Sonntag den 11. Juli wurde Fr. Gerard am Klosterfriedhof der Kirche San Francisco in San Ignacio beigesetzt.


Wir bitten um das Gebet für unseren lieben Mitbruder Gerard!
 
Fr. Florenz Graf OFM
Prov. Miss. Prok.

 

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