Ein Fest des Glaubens und Gedenkens Drucken

Am 10. Juli jährte sich das Martyrium des Zillertaler Franziskanerbruders Engelbert Kolland zum 150. Mal. Die Bewohner des Zillertals und die Franziskanergemeinschaft feierte den Seligen mit einem Gedenk-Reigen.

nuntiusAnlässlich eines Festgottesdienstes in der Pfarrkirche Zell, wo Engelbert am 21. September 1827 auf den Namen Michael getauft worden war, betonte Erzbischof Alois Kothgasser in seiner Predigt die große Bedeutung des Tiroler Märtyrers. Er ermutigte die Anwesenden nach Kollands Vorbild ihren Glauben zu vertiefen und ihn im Alltag zu bekennen und zu leben. Erfreut zeigte sich der Bischof auch von der Idee, das Haus der Eltern des Seligen von Rachau in der Steiermark ins Zillertal zu übertragen, um darin ein Engelbert-Kolland-Museum einzurichten. Neben diesem Museumsprojekt soll die lebensgroße Engelbert-Statue des jungen Achentaler Künstlers Markus Thurner zur Vertiefung der Engelbertverehrung beitragen.

Unter den Konzelebranten war neben Festtags-Organisator Dekan Ignaz Steinwender auch der Provinzial des Franziskanerordens, P. Rupert Schwarzl, der dem Zillertaler Glaubensvorbild – gemeinsam mit zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur – seine Wertschätzung bezeugte.

Feierlich ging es auch am Tag danach weiter: Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stefan Zurbriggen, würdigte bei einem Gottesdienst in Kollands Ramsauer-Geburtsort Märtyrer als die „wahren Nachfolger Jesu“. Gemeinsam mit den Gläubigen warte er auf die Heiligsprechung des einzigen Märtyrers der Erzdiözese Salzburg, betonte der Gesandte des Papstes.

Abgerundet wurden die Festlichkeiten durch eine von Franziskanern gestaltete Vesper, einen von P. Gottfried Egger gehaltenen Vortrag über das Leben und Wirken des Seligen Engelbert, ein Sonderpostamt im Gemeindehaus Ramsau und eine eindrucksvolle Engelbert-Schattentheater-Inszenierung in Zell.

Ein Leben für den Glauben

P. Engelbert Kolland wurde am 21. September 1827 in Ramsau im Zillertal geboren. 1847 trat er in das Franziskanerkloster Salzburg ein, wo er den Ordensnamen Engelbert erhielt. Er studierte in Schwaz, Hall, Kaltern und Bozen und legte am 22. November 1850 die feierlichen Gelübde ab. Am 13. Juli 1851 wurde er in Trient zum Priester geweiht. Vor allem wegen seiner Sprachkenntnisse wurde er 1855 als Missionar in den Orient entsandt. 1860 kam es zu Massakern an der christlichen Minderheit in Damaskus, in deren Verlauf auch die Missionsstation Kollands von Drusen überfallen wurde. P. Kolland wurde gemeinsam mit sieben Mitbrüdern ermordet – am 10. Oktober 1926 wurde der bedeutende Patron der Franziskanerprovinz Austria von Papst Pius XI. selig gesprochen.

 

(v. re. n. li.) R. Pramstrahler,  I. Steinwender, M. Thurner, A. Kothgasser, H. Hofer

(15-07-2010)

 

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