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Bei der erfolgreichen, österreichweiten Aktion am 28. Mai nahmen 744 Gotteshäuser teil – 350.000 Besucher kamen. Auch die Franziskanerkonvente Frauenkirchen, Graz, Güssing, Kaltern, Lienz, Reutte, St. Pölten und Salzburg und Wien organisierten ein teils umfangreiches Programm. Das Wiener Kloster war im Zentrum der Berichterstattung in den Medien.
Die "Lange Nacht der Kirchen" hat ein kräftiges Lebenszeichen der christlichen Kirchen in Österreich geboten. Knapp 350.000 Besucher wurden gezählt (2009 waren es 310.000). Tausende kamen in die Franziskanerklöster der Provinz. Mehr als 3.500 Veranstaltungen in 744 Kirchen zwischen Bodensee und Neusiedlersee bot die "Lange Nacht" 2010.
Frauenkirchen: Per Feuerwehr zur Turmspitze
Die „Lange Nacht der Kirchen“ bei den Franziskanern von Frauenkirchen startete mit der Feier der Hl. Messe in der Basilika. Darauf folgte das schon von vielen mit großer Spannung erwartete multinationale Konzert der vier Chöre zu Ehren der Gnadenmutter von Frauenkirchen. Guardian P. Elias Unegg berichtet: „Alle waren zutiefst berührt von der Aufführung“.
Die Fahrt zu den Turmspitzen mit der neuen Feuerwehrleiter war der spektakulärste Programmpunkt. Über hundert Mal musste die Drehleiter ausgefahren werden, um den Ansturm der wagemutigen Gäste halbwegs zufrieden zu stellen!
Die Kirchenführung von P. Alfons Pögl lockte zahlreiche Besucher an: die Geschichte unserer Kirche wurde interessant und spannend vorgetragen. Ein junger Mann sagte, er sei von den Berichten des Paters so sehr in den Bann gezogen worden, dass „die Vergangenheit für ihn greifbar nahe geworden sei“.
 Ebenso zog die diesjährige Ausstellung „Zum Altare Gottes will ich treten ....“ viele Menschen an. Für diese historisch Interessierten war die anspruchsvolle Lesung aus der Klosterchronik gedacht. Franz Wegleitner und Martin Andert gaben Einblick in die 300-jährige Geschichte des Franziskanerklosters.
Die Gruftbesichtigung erwies sich wieder als sehr gefragter Programmpunkt. Die ewigkeitsnahe Atmosphäre in dieser Grabanlage unter der Basilika, wo auch viele Franziskanerbrüder begraben sind, ließ keinen unberührt, erzählt P. Elias. Großer Beliebtheit erfreute sich der Weltladen, wo verschiedene Produkte aus fairem Handel zum Kauf angeboten wurden. Auch der Klosterladen war gut besucht und wurde ebenfalls von unseren Hauptschülern bestens betreut. „Vater, segne diese Speisen...“: Im Klosterhof gab es Stärkung für alle. 59 Kilo Klosterbrot, von P. Elias selbst gebacken, wurden verspeist, dazu natürlich die passenden Aufstriche.
Bei drei Stationen hatten die Kinder die Möglichkeit zum Basteln und zum Spielen. Als Mutprobe gab es eine Entdeckungsreise in die Gruft. Mit der Taschenlampe durfte man bei diesem Abenteuer alles besichtigen, was natürlich besonders großen Anklang fand. Wie Sr. Rani, die das Programm zusammengestellt hat, berichtet, nahmen zahlreiche Kinder daran teil.
Zum Ausklang gestalteten die Josefs-Schwestern unter der Leitung von Sr. James die Anbetungsstunde in der Kapelle. Über 700 Besucher zählten die Frauenkirchner Franziskaner.
Graz: „Mein Platz in der Kirche“
Auch das Grazer Franziskanerkloster bot heuer ein reichhaltiges Programm: Der Abend begann mit einem Segnungsgottesdienst für werdende Mütter und Väter, der vom Grazer Altbischof Johann Weber zelebriert wurde. Die musikalische Gestaltung übernahm die Gruppe „Gundi&wir“. Im Anschluss daran gab es eine Agape im Kreuzgang.
Ein Höhepunkt war eine Podiumsdiskussion zum Thema „Mein Platz in der Kirche“. Guardian P. Matthias Maier sprach mit Hans Putzer, dem Präsidenten der steirischen Katholischen Aktion und mit dem Grazer Pfarrer Wolfgang Posch.
Ab 20.00 Uhr wurde stündlich der Kurzfilm „Das Leben der Brüder“ gezeigt. Gleichzeitig gab es in der Jakobikapelle die Möglichkeit zum offenen Dialog mit den Franziskanerbrüdern
Von 20 bis 24 Uhr präsentierte sich die Kirche als „Raum der Mystik“, erfüllt von meditativen Texten und Musik aus allen Jahrzehnten. Um Mitternacht fand die „Lange Nacht“ mit einem Segensgebet ihren Abschluss.
 Thema Trauer zentral in Güssing
Die Franziskaner von Güssing luden gemeinsam mit dem Caritas-Hospizdienst zu einer „Langen Nacht der Trauer“. Um 19 Uhr startete der Abend mit der Feier einer Heiligen Messe. Anschließend gab es Führungen durch die Klosterkirche und zum Grab des seligen Ladislaus Batthyány. Eine Feier für die Verstorbenen, die von den mobilen Diensten der Caritas betreut worden sind, ermöglichte ein würdevolles Gedenken. Die Autorin Maria Stahl las zu dem Thema aus ihren eigenen Werken. Der Abend klang mit einer Feier im Klostergarten aus.
Expansion nach Südtirol (Kaltern)
2009 expandierte das Erfolgsprojekt „Lange Nacht der Kirchen“ auch nach Südtirol. Das Kloster in Kaltern öffnete von 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr die Pforten. Eine Musikgruppe spielte alpenländische Weisen.. „Außerdem stand die TAU-Kapelle für stilles Verweilen und Gebet offen“, berichtete Pater Johann Wenin.
Ural-Kosaken in Lienz
In der Franziskaner-Pfarrkirche St. Marien in Lienz gaben die Ural-Kosaken ein Konzert. „Es war mit über 250 Zuhörern gut besucht und wurde begeistert aufgenommen“, berichtet Pfarrer P. Raimund Kreidl.
Reutte
Die „Lange Nacht der Kirchen“ war in Reutte von der Ökumene geprägt. Um 19 Uhr startete der Abend mit einer meditativen Einleitung in der Franziskanerkirche St. Anna. Thema war „Aufbruch“, es wurden Texte von Christina Pusta vorgetragen. Danach marschierten Dutzende Teilnehmer zur evangelischen Kirche in Reutte. Dort war das Thema „Rast“. Anschließend gingen immer mehr Besucher zur Dekanatskirche Breitenwang weiter, wo das Hauptmotto des Abends, „Labyrinth“, thematisiert wurde.
Ab 21 Uhr gab es wieder ein Programm in der Franziskanerkirche. P. Werner Gregorschitz berichtet von der atmosphärisch tollen Erfahrung des Rundtanzes in der Kirche, wobei auch Lieder gesungen wurden. P. Lorenz Staud führte einstweilen die Nicht-Schwindelfreien auf den Turm und erklärte den Bau von Glocken. Im Kleinen Saal hielt Michael Plank einen Vortrag über das Heilige Land. Außerdem zeigte P. Werner in der Kirche Dia-Bilder bei meditativer Musik. Den Abend in Reutte beschloss die Komplet in der Dekanatskirche Breitenwang.
Sonnengesang in Salzburg
Über 2000 Personen nutzten die Gelegenheit, ein vielfältiges Programm im Franziskanerkloster Salzburg zu erleben. Die „Lange Nacht“ startete mit dem Rosenkranzgebet und der Heiligen Messe. Daran schloss sich ein Konzert mit geistlicher Musik an, welches das fünfzigköpfige Choral Arts Ensemble der Universität Minnesota, USA, unter der Leitung von Axel Theimer gestaltete.
Ein besonderes „Gusto-Stückerl“ war der Cantico delle Creature (Sonnengesang des hl. Franz). Diese Komposition des Wieners Gerald Spitzner wurde von polnischen Künstlern aufgeführt.
Anschließend zeigten die Franziskaner den Film „Von einer anderen Kraft getragen - Die Franziskaner 800 Jahre nach Franz von Assisi“. Guardian P. Alexander Puchberger erfreut: „Es war beeindruckend, mit wie viel Interesse Hunderte Besucher diesen Einblick in das Leben der Franziskaner heute verfolgten.“ Für viele Besucher der Langen Nacht der Kirche war der Höhepunkt wieder die Anbetungsstunde vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, welche Br. Rufino Ziegerhofer mit einem Musiker-Ensemble anbot.
Kinderprogramm in St. Pölten
Der Franziskanerkonvent St. Pölten startete seinen Veranstaltungsreigen mit einem bunten Kinderprogramm. Bei Kaffee und Mehlspeisen konnten sich die Besucher unterhalten. Das „Collegium San Francisco“ musizierte im Rahmen des Lobpreises im Franziskanerkloster. Die Gemälde und Plastiken im kirchen- und Kunstgeschichtlichen Kontext erläuterte der Ordinariatskanzler der Diözese St. Pölten, Msgr. Gottfried Auer. Den Abend beschloss der Jugendchor Gerersdorf mit Gospel-Musik und moderner Chormusik.
Riesiges Medienecho aus dem Wiener Franziskanerkloster
Einer der Höhepunkte der gesamten „Langen Nacht“ des Jahres 2010 war die Podiumsdiskussion „Sexuelle, körperliche und emotionale Gewalt in der Kirche“ mit Dietmar Neuwirth (Die Presse), Sigrid Müller (Moraltheologin), Rotraud Perner (Psychoanalytikerin) und Jürgen Öllinger (evang. Pfarrer in Villach, Betroffener). Moderator war ORF-Journalist Johannes Kaup. Der ORF und zahlreiche Zeitungen berichteten umfassend. Äußerst beliebt waren auch die Gruft-Führungen und die Filmvorführungen Gezeigt wurde der vielfach preisgekrönte Film „Lourdes“ von Jessica Hausner. Die Ausstellung über den Päpstlichen Ritterorden zu Jerusalem zog zahlreiche Interessierte an. Kunstexperte Arthur Saliger berichtete den Besuchern über den Stand der Sanierung der ältesten Orgel Wiens (Wöckherl-Orgel) im Betchor. Zur Sanierung der Wöckherl-Orgel wurde bei der Klostersuppe des Restaurants „3 Husaren“ wieder um eine Spende gebeten. Der ORF und zahlreiche Zeitungen berichteten umfassend vom Wiener Veranstaltungsreigen.
Linktipps: » Dossier auf Katholisch.at » Bericht in der ORF-"Orientierung" » Bericht auf "Wien Heute"
(Wolfgang Zarl / 2010-06-02)
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