„Lange Nacht der Kirchen“: Wieder umfangreiches Programm bei den Franziskanern Drucken

700 Kirchen öffnen am 28. Mai ihre Pforten für Hunderttausende Besucher. Auch die Franziskanerklöster Frauenkirchen, Güssing, Salzburg, St. Pölten und Wien sowie das Franziskanergymnasium Hall machen mit.

In über 700 Kirchen in ganz Österreich zwischen Bodensee und Neusiedlersee laufen derzeit die Vorbereitungen für die "Langen Nacht der Kirchen" am 28. Mai 2010 auf Hochtouren. Die "Lange Nacht der Kirchen" hat seit ihrem Bestehen großes und positives Echo ausgelöst. Die Kirchen aller christlichen Konfessionen in Österreich begeisterten die Besucher auf vielerlei Weise bei freiem Eintritt. Dabei wurde besonders die positive Stimmung und das "gute Miteinander" hervorgehoben. Die "Lange Nacht der Kirchen" ist ein gemeinsames Projekt aller 14 christlichen Glaubensgemeinschaften, die im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich vertreten sind oder Beobachterstatus haben.
Viel beachtetes Programm in Frauenkirchen
Der Franziskanerkonvent Frauenkirchen beginnt den Abend mit der Feier einer Heiligen Messe um 19 Uhr. Im Anschluss daran singen Chöre aus vier Sprachgruppen zu Ehren der Gnadenmutter Lieder in ihrer Muttersprache. „Damit wollen wir die seit Jahrhunderten bestehende völkerverbindende Bedeutung unserer Wallfahrtskirche zum Ausdruck bringen“, erzählt Guardian P. Elias Unegg. Ein empfehlenswerter Höhepunkt ist auch die Ausstellung „Zum Altare Gottes will ich treten“. Liturgische Geräte und Paramente vom Barock bis heute werden präsentiert. Viel Interesse rief eine nachgestellte Altarszene hervor.
Ein sehr eindrucksvoller Programmpunkt ist dieses Jahr wieder die Möglichkeit zur Besichtigung der nur durch Kerzenschein erleuchteten Gruftanlage unter der Basilika. Neben einem vielleicht anfänglich gruseligen Aspekt wird hier jedem im Angesicht des Todes die eigene Vergänglichkeit bewusst. Die Gäste des Frauenkirchner Franziskanerklosters sind auch eingeladen, Waren aus fairem Handel zu erwerben, um damit Menschen in den ärmsten Ländern der  Erde zu unterstützen. Für das leibliche Wohl der Besucher ist reichlich vorgesorgt: Indische & österreichische Spezialitäten aus Klostergarten und Klosterküche werden serviert, sowie Verkostung des bekömmlichen Basilika-Messweines.

„Wichtig ist uns auch das Kinderprogramm. Jedes teilnehmende Kind kann seine Persönlichkeit mit in die Spiele einbringen“, so P. Elias. Ein weiterer interessanter Programmpunkt ist die Erklärung der Basilika von Pater Alfons OFM. Er kennt Geschichte und Tradition dieses Gnadenortes von ihrem Anfang bis heute in allen Details auswendig,
„Ein ungewöhnliches, aber sicher sehr nervenaufreibendes Abenteuer ist die Fahrt mit der neuen Feuerwehrleiter zur Kirchenfassade und zu den Turmspitzen. Es mögen sich nur wirklich schwindelfreie und risikofreudige Personen zu diesem einmaligen Himmelfahrtskommando melden“, warnen die Franziskaner. Der Titel hat es schon in sich: "Himmelfahrtskommando für Zeitgenossen mit guten Nerven". Den segensreichen Abschluss des Abends bildet die Eucharistische Anbetung in der Anbetungskapelle.
"Lange Nacht der Trauer" in Güssing
Die Franziskaner von Güssing laden gemeinsam mit dem Caritas-Hospizdienst zu einer „Langen Nacht der Trauer“. Um 19 Uhr startet der Abend mit der Feier einer Heiligen Messe. Anschließend sind Führungen durch die Klosterkirche und zum Grab des seligen Ladislaus Batthyány geplant. Eine Feier für die Verstorbenen, die von den mobilen Diensten der Caritas betreut worden sind, ermöglicht ein würdevolles Gedenken. Die Autorin Maria Stahl liest zu dem Thema aus ihren eigenen Werken. Der Abend klingt mit einer Feier im Klostergarten aus.

Haller Franziskanergymnasiasten präsentieren Jesuiten-Geschichte
Schüler des Franziskanergymnasiums präsentieren ihr Projekt über die Jesuiten in Hall am "Originalschauplatz", dem Barockjuwel "Jesuitenkirche". Kaum eine Barockkirche ist derart "stilrein" wie die Jesuitenkirche. Man kann auf die Präsentation der "Forschungsarbeit" der Jugendlichen gespannt sein.
Salzburger zeigen Film
Die Salzburger Franziskaner präsentieren den Film „Die Franziskaner 800 Jahre nach Franz von Assisi“. Außerdem lädt der Konvent zu nächtlicher Zeit zur Eucharistischen Anbetung.
Programm für Jung und Alt in St. Pölten
Der Franziskanerkonvent St. Pölten startet seinen Veranstaltungsreigen mit einem bunten Kinderprogramm und verspricht Spaßgarantie. Bei Kaffee und Mehlspeisen können sich die Besucher unterhalten. Das „Collegium San Francisco“ musiziert im Rahmen des Lobpreises im Franziskanerkloster. Die Gemälde und Plastiken im kirchen- und Kunstgeschichtlichen Kontext erläutert der Ordinariatskanzler der Diözese St. Pölten, Msgr. Dr. Gottfried Auer. Den Abend beschlisset der Jugendchor Gerersdorf mit Gospel-Musik und moderner Chormusik.
"Heißes Eisen" wird in Wien diskutiert
Ein medialer Höhepunkt ist in der Wiener Franziskanerkirche die Diskussion „Sexuelle, körperliche und emotionale Gewalt in der Kirche“. Teilnehmer am Gespräch sind „Die Presse“-Journalist Dietmar Neuwirth, Moraltheologin Sigrid Müller, Psychoanalytikerin Rotraud Perner und der evangelische Pfarrer Johannes Öllinger (Betroffener).
Weiters präsentieren die Wiener den neuen Film „Lourdes“ von Jessica Hausner. Traditionell wird zur „Langen Nacht“ eine schmackhafte Klostersuppe des Restaurants „Drei Husaren“ ausgeschenkt. Der Erlös kommt der Sanierung der „Wöckherl-Orgel“ zugute. Diese stellt der Kunsthistoriker Arthur Saliger an diesem Tag bei Führungen näher vor. Der Rosenkranz-Sühnekreuzzug (RSK) berichtet in einer kleinen Ausstellung über seine Geschichte. Ebenso präsentiert sich der Dritte Orden. Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem berichtet Interessierten von seiner Geschichte und von seinem Wirken. Ein absoluter Höhepunkt werden wieder die Gruftführungen sein, an der jedes Jahr Tausende Menschen teilnehmen. Den Abschluss bildet hochkarätige Musik unter der Leitung von Johannes Ebenbauer.
» Linktipp: Dossier auf Katholisch.at

(Wolfgang Zarl, 2010-05-18)

 

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