| Klarissen: Richtschnur ist das Evangelium |
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Im Jänner 2010 tagte der Vorstand der Föderationsversammlung der deutschsprachigen Klarissen. Darin sind neun Klarissenkonvente mit rund 110 Schwestern vereinigt. Jeder Konvent ist autonom. Auf dem Gebiet der Franziskanerprovinz Austria vom hl. Leopold leben, wirken und beten franziskanische Klarissen-Gemeinschaften in Brixen und in Maria Enzersdorf. Interview mit Föderations-Präsidentin Sr. Bernadette Bargel.
Klausurierte Schwesterngemeinschaften leben zurückgezogen. Wie will man Frauen die Vorzüge Ihrer Lebensweise erklären?
Sr. Bernadette: Als Klarissen leben wir die Spiritualität der heiligen Klara von Assisi. Unsere oberste Richtschnur ist das Evangelium. Wir versuchen, die Klara-Regel authentisch zu leben. Wir wollen durch ein überzeugendes und überzeugtes Leben zeigen, dass es ein Weg ist, der immer tiefer in die Geheimnisse Gottes hineinführt. Immer wieder fragen Frauen nach und sie können prüfen, ob das auch ihr Weg ist. Wir laden auch zu Einkehrtagen, wo wir einladen, das Leben mit uns zu teilen. Das Angebot „Kloster auf Zeit“ gibt es bei uns allerdings nicht.
Sr. Bernadette: Das kontemplative Leben ist ein intensives religiöses Leben. Wird es authentisch gelebt, ist es ein fruchtbares Leben – für sich selbst, für den Konvent, für die Kirche und für die Welt. Dieses Dasein für Gott ist zugleich ein Dasein für die Menschen.
Gibt es in dieser schnelllebigen Zeit auch die Möglichkeit für Veränderungen in der Gemeinschaft?
Sr. Bernadette: Die heilige Klara gab eine weite Regel. Äußere Regeln werden immer wieder überprüft, zum Beispiel im Bereich der Klausur. Wenn man eine Klausur im Herzen findet, dann schützt man diesen Raum.
Haben kontemplative Orden weniger Nachwuchssorgen als sozial-karitative?
Sr. Bernadette: In der heutigen Zeit ist es praktisch schwieriger, zu einem Orden zu finden, weil früher manche Berufe mit dem Kloster verbunden waren. Heute können Laien eigentlich allen Berufen nachgehen. Wir hätten natürlich auch gerne mehr „Nachwuchs“. Jede Berufung ist ein Geschenk. Die Klarissen gehen sehr behutsam damit um und wir geben Frauen die Möglichkeit, diese bei uns zu suchen.
Wie sieht der Alltag in einem Klarissen-Kloster aus?
Sr. Bernadette: Der Alltag ist geprägt von Gebet, Meditation und Arbeit für die Gemeinschaft. Der Tag beginnt bei den meisten Konventen um 6 Uhr mit der Laudes, dann folgen die Gebetszeiten Terz, Sext, Non, Lesehore, Vesper, Komplet. Meist feiern wir einmal oder zweimal die Heilige Messe am Tag. Dazwischen arbeiten die Schwestern im Haus oder im Garten. Mehrere Stunden sind als Freizeit vorgesehen, wo die Klarissen zum Beispiel meditieren, wo sie jedenfalls Zeit für sich selbst haben.
Das Interview führte Wolfgang Zarl
(Wolfgang Zarl, 2010-02-01) |
Was sind die Vorzüge eines klausurierten Lebens?





