|
Fünf Wochen im Jahr steht die Stadt Salzburg im Blickpunkt der Festspiel-Öffentlichkeit, Kultur-Highlights gibt es dank der Veranstaltungen in und um die Salzburger Franziskanerkirche allerdings 365 Tage im Jahr.
Ein Kulturerlebnis für buchstäblich „Jedermann“ bietet bereits die Architektur des gotischen Bauwerks: Die Salzburger Franziskanerkirche (Bild: Peter Jordan, Ben Becker) bildet optisch nicht nur ein Pendant zum barocken Salzburger Dom, sondern begeistert auch im Inneren mit pittoresken Kapellen und drei Orgeln (!). Letztere sorgen nicht nur bei Messfeierlichkeiten, sondern auch bei Veranstaltungen wie den Internationalen Orgel Konzerten (26.07.-29.08.) und dem Schubert Jahr-Schwerpunkt 2010 für die passende musikalische Untermalung. Aber auch die „Jedermann“-Aufführung am Salzburger Domplatz wäre ohne die Franziskaner undenkbar. Schließlich benutzt nicht nur einer der „Rufer“ in der Hofmannsthal-Inszenierung vom Sterben des reichen Mannes den Kirchturm des sakralen Bauwerks, auch das Glockengeläut im Stück erschallt von der Franziskanerkirche.
Freud & Leid
„Für uns ist die Festspielzeit natürlich eine zusätzliche Motivation auch die Kirchenbesucher mit guter Musik zu verwöhnen. Wir investieren viel Geld in unsere Orgel, damit auch Menschen, die kein Geld für teure Festspiel-Karten haben, in den Genuss guter Kirchenmusik kommen“, meint Guardian P. Alexander Puchberger OFM, der als Leiter des Salzburger Franziskaner-Klosters mit einem lachenden und einen weinenden Auge auf seine „Festspiel-Nachbarn“ blickt: „Dank der Festspiele kommen wir natürlich auch im Bereich der Seelsorge mit Menschen in Kontakt, die wir sonst nicht erreichen. Andererseits sind wir gewohnt, dass unsere Messen zum Teil mit unfreiwilliger Begleitmusik von den beschallten Aufführungen stattfinden“.
Benefiz-Veranstaltung
Dass die Zusammenarbeit zwischen der Salzburger Franziskaner-Gemeinschaft und den Salzburger Festspielen dennoch eine fruchtbare ist, beweist ein vor Kurzem über die Bühne gegangenes Kultur-Projekt: Im Rahmen des Festspiel-Eröffnungsprogramms inszenierte das Salzburger Virgilschola-Ensemble ein mittelalterliches Totenspiel in der Franziskanerkirche. Nicht nur die rund 400 Besucher zeigten sich von der Veranstaltung begeistert, freuen durften sich vor allem jene Menschen, die von der Hospizbewegung betreut werden: der Benefiz-Abend brachte rund 1.400 Euro ein!
Kultur-Veranstaltungen der Franziskaner in Salzburg: http://www.kirchen.net/franziskanerkirche
(red. 27-07-2010) |