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Der Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz über die künftigen Herausforderungen an Gesellschaft und Kirche.
Wie beurteilen Sie die aktuelle Weltuntergangsdiskussion rund um den Maya-Kalender? Es kommt immer darauf an, wie man das „Ende“ interpretiert. Man kann sagen, die Straße ist zu Ende – etwas ist aus und vorbei. Ende kann aber auch etwas Erfüllendes sein: Wenn jemand sein ganzes Leben versucht Jesus nachzufolgen, kann man sagen, er ist jetzt bereit für die Ewigkeit – er ist erfüllt. In diesem Sinn kann man auch „Zeit“ begreifen: Die Zeit ist erfüllt, wenn jemand für diese Ewigkeit bereit ist. Wenn man aus christlicher Sicht von Ende und Neuanfang spricht, schauen gerade wir Franziskanerorden stets in die Zukunft, stehen aber mit den Füßen im Heute.
Ist dieses Spiel mit obskuren Apokalypse-Theorien nicht auch Ausdruck gesellschaftlicher Unsicherheit? Die Menschen müssen akzeptieren, dass alles einmal ein Ende hat. Dies mit einem Datum, wie den nun medial propagierten 21.12.2012 zu verbinden, ist allerdings ein Problem. Nicht wir bestimmen wann etwas zu Ende ist, allerdings sollten wir uns als Kirche auf neue Zeiten vorbereiten. Schauen Sie sich um, wie viele Menschen ohne Glaube und Hoffnung leben. Ich bin überzeugt, dass dies ein epochales Zeichen für uns Christen ist: Gott will uns zeigen, dass wir uns vorbereiten und das Evangelium stärker verkünden sollten.
Verstehen Sie die Sorgen und Ängste der Menschen? Viele sehen aufgrund der sozialen und ökonomischen Unsicherheiten oft keinen Sinn mehr im Leben. Da sind wir als Kirche gefragt stärker das Evangelium und die Solidarität der Menschen zu betonen und deutlich zu machen, welch wichtige Sache Jesus uns geschenkt hat: die Liebe. Als Kirche sind wir aufgerufen nicht zu moralisieren, sondern als Gemeinschaft die Botschaft des Evangeliums vorzuleben. Ich glaube wir leben in einer Zeit, in der das Evangelium für viele Menschen wieder zum Licht werden kann.
Das gesamte Interview können Sie im aktuellen "antonius" lesen...
(11-05-2012 / red.)
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